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schottland2010
14:16

Tag 4 (von 13)

Wir sind verabredet, um 8:30 mit Christopher zu telefonieren. Er ist Hobbyfilmer, den wir per Couchsurfing kennen gelernt haben. Leider hat er am Tag zuvor gesoffen und sein Mobiltelefon im Pub liegen lassen, so dass wir uns alleine in Richtung Südwesten der Insel aufmachen. Verwirrend ist heute das Wetter, denn tatsächlich scheint die Sonne ein Wenig! Auf Lewis! Es geschehen Zeichen und Wunder... 
DIe Touristen-Info verkauft uns eine hilfreiche kleine Wanderbroschüre und wir begeben uns nach Loch Morsagil auf den Weg zu den "Beehive Dwellings", also alten Behausungen die wie Bienenstöcke aussehen sollen. Die Route führt zunächst entlang eines wunderschönen Baches, der uns in der Sonne ruhig entgegen fließt. Schließlich gelangen wir an einen kleinen See, an dem auch eine Lodge steht in der sich vermutlich eher wohlhabende Reisende niederlassen. Am See entlang verläuft ein kleiner Trampelpfad, den wir jedoch nach einigen Metern fluchtartig verlassen: Wir haben zum ersten Mal ernsthaften Kontakt mit Midges gehabt, den berühmten kleinen schottischen Bissmücken, die hier abertausendfach auf Beute warten. Mit einigen Bissen im Gesicht (denn Midgies beißen, sie stechen nicht) begeben wir uns auf eine etwas abseitigere Route, merken jedoch bald, dass hier kein Weiterkommen ist: zu sumpfig und nass ist der Untergrund, zu weit noch der Weg, den wir allzu vorsichtigen Schrittes begehen müssten. 
Weiter geht es nach Uig und dort an einen Strand, der uns begeistert: Die Flut beginnt gerade erst zurück zu kommen und so ist die vollkommen flache Bucht für etwa anderthalb Kilometer leergeschwemmt. Nur die gleichförmigen Wellenlinien im Sand und unzählige Muscheln zeugen davon, dass hier bald wieder die See regieren wird. 
Als wir das Wasser erreichen, müssen wir fast schon aufpassen: es kehrt so schnell zurück, dass wir die Bewegung filmen können. Laufen wir langsam, holt es uns ein. Nach diesem Spaziergang steigen wir wieder ins Auto und begeben uns langsam zurück in Richtung Stornoway. Sehr langsam allerdings: eine kleine Tour um eine Halbinsel mit weiterem Strandspaziergang hält uns ebenso auf wie die allmählich sinkende Sonne, die die Umgebung in ein zauberhaftes, immer rötlicher werdendes Licht hüllt. Segelboote, die sich in kleinen Seen spiegeln, das Moor, das in seiner endlosen Weite in orangem Glanz schlummert, schließlich kleine Pfüzen, in denen rosa Wolken zu plantschen scheinen. Als wir nach kurzem Einkauf bei Barbara ankommen, ist es bereits dunkel. Zu unserer Überraschung hat Rosie, die Freundin von Barbaras Sohn, eine fantastische Broccoli-Stilton-Quiche gemacht, die unser "Curry-aus-dem-Glas-mit-Hühnchenfleischersatz" perfekt ergänzt. Wieder fallen wir früh ins Bett, einer der besten Gründe dafür, dass diese Blogeinträge nun erst nach unserer Rückkehr geschrieben wurden.

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Schweinderl